Hans Baranowski, Motorradrennfahrer

Sieger in seinen beiden ersten Rennen: Grenzlandring 1948, Hannover 1949 (Ausweisfahrer 500 ccm)

Pressestimmen Grenzlandring 1948:

“Daß ein Nachwuchsfahrer des Nordrheingebiets, der erstmalig hier an den Start ging, in der 500er Klasse auf einer Norton mehr als 150 Schnitt fuhr, es war Baranowski (Viersen), wollen wir als ganz besonderen Gewinn verbuchen.”
Der Motorsport 18/1948

“... und schließlich fuhr der Viersener Baranowski mit 152,1 Durchschnitt einen stürmisch gefeierten Sieg und die Bestzeit der Ausweisfahrer heraus. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß er an diesem Tag das erste Rennen seines Lebens überhaupt fuhr.”
Motorwelt 3+4/1948

“Nächster Start Ausweisfahrer 500 ccm. Hans Baranowski aus Viersen fuhr das erste Rennen seines Lebens und fuhr es in glänzendem Stil mit einem Stundenmittel von 152,1 km/St. nach Hause. Er hatte mit 153,6 am Vortag die schnellste Trainingsrunde aller Ausweisfahrer gefahren. 15 von den 23 gestarteten Maschinen erreichten hier das Ziel.”
Aachener Volkszeitung 20.09.1948

Hans Baranowski wird am 14.11.1923 in Viersen geboren. Ab 1938 macht er eine Ausbildung zum Mechaniker bei der örtlichen Fa. Gebr. Gillissen (Krefelder Straße). 1940 ging er nach Westpreußen, wo er im “Flugzeugwerk Graudenz GmbH” - und mit dem bekannten Kunstflieger Gerd Achgelis als Chef - eine zusätzliche Ausbildung zum Flugzeugmechaniker absolviert. Von November 1940 bis Februar 1941 wird er vom Reichsarbeitsdienst verpflichtet, danach steht er als Soldat im Krieg.
Nach seiner Entlassung aus der Gefangenschaft im Juni 1945 kehrt Baranowski nach Viersen zurück und beginnt wieder als Mechaniker bei Gebr. Gillissen zu arbeiten. Die Norton, Baujahr 1938, mit der er seine Rennen bestreitet, übernimmt er von einem Kunden, der zuvor bestimmte Teile ausgebaut hatte, um eine Beschlagnahme zu verhindern. Als er 1948 aus der Zeitung vom geplanten Rennen auf dem Grenzlandring erfährt, beschließt Hans Baranowski, dort mitzufahren. Er fährt nach Rheydt zu Emil “Teddy” Vorster, Vorsitzender des veranstaltenden Rheydter Clubs für Motorsport, der ihn erstmal mit den notwendigen Regularien vertraut machen muss (Club-Mitgliedschaft, Beschaffung eines Rennfahrer-Ausweises).
Nach dem Sieg auf dem Grenzlandring gibt Vorster zunächst weiter Unterstützung und auch etwas Geld, was jedoch nicht lange vorhält. Nach weiteren Erfolgen muss Baranowski bald von der Ausweisfahrer- in die Lizenzklasse wechseln, wo er mit seiner alten Maschine und ohne finanzielle Mittel oder Werksunterstützung jedoch keine Aussichten auf vordere Platzierungen mehr hat. Dennoch nimmt er weiter an vielen Rennen in ganz Deutschland teil (steckt dabei auch auch einen schweren Sturz mit mehreren Brüchen und Gehirnerschütterung in Kiel weg), bevor er 1954/55 mit dem Motorradsport aufhört und eine Stellung als “Motor Vehicle Inspector” bei den britischen Truppen in Rheindahlen antritt. Bis zur Pensionierung ist er im Bereich Fahrzeugtechnik/ -wartung in verschiedenen Unternehmen und Einrichtungen in Deutschland tätig.

M. Kieser, September 2008
 

weiter: Grenzlandring 1948

Startseite: Motorsportgeschichten